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Pflege-Zusatzversicherung

Was bringt sie?

Zwischen den Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlich anfallenden Kosten für eine Pflege-Vollversorgung klafft in aller Regel eine deutliche Lücke. Diese Differenz ist oft sogar  größer als die Rente der pflegebedürftigen Person.

In der Folge werden die Rentenzahlungen in voller Höhe auf den Fehlbetrag angerechnet.  Nicht selten reicht die Rente nicht aus und das Sozialamt muss den Rest beisteuern. 

Was bleibt:

Die zu pflegende Person erhält nur noch ein Taschengeld (116,64 Euro im Monat für 2020).

Was vielen Senioren vielleicht noch unangenehmer ist: Die Angehörigen (Kinder und Enkelkinder) müssen im Fall, dass das Sozialamt einspringt, ihre Einkommensverhältnisse offenlegen und gegebenenfalls auch Zahlungen leisten.

Aber wir wären nicht in Deutschland, wenn es nicht auch für diesen Fall eine Versicherung geben würde. Es gibt sie tatsächlich. Eine „Anzeige“ Pflege-Zusatzversicherung. Klingt doch toll. Eine Versicherung, die die Lücke schließt und dem Heimbewohner vielleicht sogar die Rente sichert.

Doch was steckt dahinter?

Was ist versichert? Was nicht? Und ganz wichtig: Was kostet eine Pflege-Zusatzversicherung Und was leistet sie?

Wir haben uns ein wenig bei den Anbietern umgeschaut. Das haben wir herausgefunden:

Zur Wahl stehen diverse Modelle

Sie können aus den folgenden Modellen wählen. Oftmals gelten diese lebenslang.

Über die Tagegeldversicherung erhält die versicherte Person einen definierten Geldbetrag pro Tag der Pflegebedürftigkeit* ausgezahlt. Der Betrag steht zur freien Verfügung und kann nach Belieben verwendet werden.
Es gibt zwei Varianten:

statisches Modell

In Pflegegrad 5 (bei manchen Anbietern auch Pflegegrad 4) wird der definierte Tagegeld-Betrag ausgezahlt. In den darunter liegenden Pflegestufen 4 bis 2 erfolgt eine prozentual reduzierte Auszahlung.

flexibles Modell

Hier können sie die Tagessätze je nach Pflegegrad frei bestimmen. Es erfolgt keine prozentuale Abstufung.
Bei beiden Modellen können sie die Tagesgeldbeträge fast immer nachträglich erhöhen. Schließlich steigen ja auch die Pflegekosten stetig an. Außerdem erfolgt in der Regel alle drei Jahre eine automatische Anpassung durch die Versicherer. 

In der Pflege-Kosten­versicherung übernimmt die Versicherung nur die nachgewiesenen und medizinisch erforderlichen Kosten nach Rechnungsbelegen. Dafür ist ein ärztliches Attest erforderlich. 
Bei Vertragsschluss wird bestimmt, welche Krankheitsbilder abgesichert werden sollen und welche nicht. 
Pflegeleistungen, die andere Auslöser als die vormals festgelegten Krankheitsbilder haben, werden nicht erstattet. Zumeist erstatten die Versicherer auch nicht den vollen Differenzbetrag, sondern eher nur einen Teil der Rechnungssumme.

Die Pflege-Rentenversicherung sieht eine regelmäßige monatliche Zahlung vor, die zur freien Verwendung ausgezahlt wird. Diese Versicherungsvariante ist zwar recht teuer, hat aber den Vorteil, dass die Beiträge mit Eintreten des Versicherungsfalls beitragsfrei gestellt wird. Zudem sind die Zahlungen flexibler.

Die Pflege-Renten-Risikoversicherung ist der Pflege-Renten­versicherung sehr ähnlich. Deutlicher Unterschied: Die Zahlungen erfolgen immer erst ab Pflegegrad 4. 

In aller Regel sind die Beiträge vom Alter und Gesundheitszustand des Antragsstellers abhängig. Kurz gesagt: Je jünger und gesunder, desto niedriger ist die Versicherungsprämie. Viele Versicherer haben zudem ein niedrigstes Eintrittsalter von 30 Jahren und ein flexibles Alter von 50 bist Mitte 70 Jahren. 
Einen Fragebogen zur Ermittlung ihres Gesundheitszustandes müssen sie in jedem Fall ausfüllen. 
Tipp: Lassen sie sich beim Ausfüllen des Gesundheitsfragebogens nicht verleiten, eine Vorerkrankung zu bagatellisieren oder gar zu verschweigen. Fragen sie lieber einmal zu viel bei ihrem Arzt nach. Die Versicherer könnten sonst im Versicherungsfall auf eine ‚vergessene‘ Erkrankung mit Kürzungen der Leistungen reagieren.

Die Expertenmeinungen hinsichtlich der besten Variante gehen dabei auseinander. So dass sie das für sie augenscheinlich am besten passende Modell wählen sollten. Tipp: Die am häufigsten abgeschlossene Versicherung ist die Pflege-Tagegeld­versicherung.

Wir hoffen, nun ein wenig Licht ins Dunkel gebracht zu haben. Entscheiden sie nun selbst, ob eine Pflege-Zusatzversicherung etwas für sie ist oder doch eher nicht.

* Die Pflegebedürftigkeit muss selbstverständlich offiziell anerkannt und bestätigt sein.

Sollte ihnen dieser Beitrag gefallen und sie die Entscheidung für eine Pflege-Zusatzversicherung getroffen haben, würden wir uns freuen, wenn sie das nachfolgende Formular zur Auswahl des für sie besten Versicherers verwenden würden.

Wir erhalten für jeden Abschluss über CuraVera einen kleinen Obulus, der der Finanzierung dieser Seite zugute kommt. 

Vielen Dank für ihre Unterstützung.