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Pflegeberatung zuhause

- Was ist damit gemeint?

Pflegeberatung, Pflegeberater werden, Lehrgang Pflegeberatung

In der Öffentlichkeit kursieren die Begriffe ‚Pflegeberatung‘ und ‚Pflegegespräch‘. Gibt es da Unterschiede? Und falls ja, welche?

Beginnen wir mit der gesetzlichen Grundlage:

Versicherte, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, haben gegenüber der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen, das für sie die private Pflege-Pflichtversicherung durchführt, einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. 

Das bedeutet, dass jeder Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad Anspruch auf ein Beratungsgespräch hat. Gleiches gilt für Personen, die einen Antrag auf Pflegegrad gestellt haben. Selbst ’nur‘ die pflegenden Personen haben diesen Anspruch, sofern der Pflegebedürftige diesem zustimmt.

Doch wer führt dieses Beratungsgespräch? 

Die Pflegekassen haben eigene PflegeberaterInnen, die insbesondere in rechtlichen Fragen zur Sozialversicherung geschult sind. Die Pflegekasse muss ihnen innerhalb von 14 Tagen nach Antragseingang einen Termin für das Beratungsgespräch anbieten. 
Allerdings haben viele Menschen Bedenken, ein Beratung unter dem Dach der Pflegekasse zu nutzen. Für diesen Fall gibt es private Pflegeberatungen, die ihre Qualifikation vor Erlangen der Zertifizierung nachgewiesen haben müssen. Es sind also ebenfalls qualifizierte Kräfte, die den Vorteil der Unabhängigkeit von den Pflegekassen haben. 

Curas Tipp

Die Pflegekasse muss für die externe Beratung einen Beratungsgutschein ausstellen, der vom Versicherten eingelöst werden kann.

Aber es gibt auch vorgeschriebene Beratungseinsätze im eigenen Hausstand. Diese sind für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 und 3, sofern sie ausschließlich Pflegegeld erhalten, halbjährlich durchzuführen. Bei Pflegegrad 4 und 5, ebenfalls nur bei Geldleistungen, sogar vierteljährlich. So soll sichergestellt werden, dass die zu pflegende Person entsprechend versorgt und gepflegt wird. Es ist also quasi eine Überprüfung des sachgerechten Einsatzes des Pflegegelds zum Wohl der zu pflegenden Person. Personen des Pflegegrads 1 können dieses Gespräch halbjährlich wahrnehmen. 

Wer führt diese Gespräche durch?

Diese viertel-/halbjährlichen Pflicht-Beratungseinsätze können von
– durch die Pflegekasse beauftragte, aber unabhängige Pflegefachkräften
– zugelassenen Pflegediensten
– unabhängigen Beratungsstellen mit Pflegekompetenz
– Pflegeberatern der Pflegekasse
– kommunalen Gebietskörperschaften 
durchgeführt werden. 
Kommunale Gebietskörperschaften sind beispielsweise die Kreise und kreisfreien Städte oder Regierungsbezirke. Diese können die Beratungsgespräche durchführen, sofern sie die erforderliche pflegefachliche Kompetenz nachweisen können.

Curas Zusammenfassung

Die Pflicht-Beratungsgespräche erfüllen eine wichtige Kontrollfunktion zum Wohl der zu pflegenden Person. Wird die regelmäßige Durchführung im Rahmen der vorgegebenen Fristen versäumt, droht eine Sperre bei der Zahlung des Pflegegeldes bis hin zu kompletten Einstellung. Im letzten Fall muss dann ein neuer Antrag auf Pflegegrad gestellt werden.