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Knappschaft

- Erfahrungen mit dieser Krankenkasse

 – Wir von CuraVera haben uns zum Ziel gesetzt, sie liebe Leserin und lieber Leser, zu informieren, ihnen Entscheidungshilfen zu geben und aufzuklären. Dazu gehört auch, Missstände aufzudecken und auf kundenunfreundliches Verhalten hinzuweisen.  

Wir wollen mit der Knappschaft Krankenkasse beginnen und zeigen an dieser Stelle ein Beispiel für Paragraphenreiterei sowie Bürokratie.

Curas Info

Mit Knappschaft ist nicht immer die 'Knappschaft Krankenkasse' gemeint. Diese Bezeichnung wird auch für die Knappschaft Bahn See (KBS) verwendet. Die KBS ist jedoch die Rentenversicherung der Knappschaft und gehört zum Verbund der Deutschen Rentenversicherung.

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Rückerstattung und Rückzahlung - zwei Paar Schuhe

Eigentlich ist für ein Beispiel unser Senior Albert zuständig. Da in diesem Fall der Senior aber bereits verstorben ist, wollen wir Albert mal nicht hinzuziehen. Wir haben einen anderen Hauptdarsteller gefunden. Nennen wir in der Einfachheit halber Karl. So weit, so gut.

Karl (über 80 Jahre alt) knappschaftlich krankenversichert, hatte im August 2019 einen schweren Unfall, in dessen Folge eine Neu-Bewertung der Pflegebedürftigkeit erforderlich wurde. Auf den Krankenhausaufenthalt folgte eine durch die Krankenkasse verkürzte Reha-Maßnahme, während dieser ein Antrag auf Erhöhung des Pflegegrads angemeldet wurde. 
Nach seiner Entlassung wurde Karl in seine Wohnung für betreutes Wohnen entlassen, ohne dass seitens der Knappschaft auch nur ein Wort zu hören gewesen wäre. „Auf telefonische oder schriftliche Rückfragen erhält man in aller Regel keine Antwort“, sagte Karl immer. „Aber die melden sich schon“, fügte er oftmals hinzu. Doch leider musste sich ein ambulanter Pflegedienst um Karl kümmern, dessen Kosten die Leistungen aus der Pflegekasse jedoch überstiegen. Trotz mehrmaliger Rückfragen gab es keine Antwort der Knappschaft. 
Ende Dezember 2019 kurz vor Weihnachten kam es dann doch zum Besuch einer Dame des Medizinischen Dienstes der Knappschaft. Während ihrer Begutachtung ließ die Dame ihrer Unfreundlichkeit freien Lauf und zischte dann auch nur ein „Wiedersehn“ zum Abschied. Was weder Karl noch seine Familie sonderlich traf. 

Weihnachten verging, der Jahreswechsel vollzog sich und auch Mitte Januar 2020 lag noch kein Ergebnis der Begutachtung vor. Hinweise an die Knappschaft bezüglich der 25-Arbeitstag-Regel wurden gekonnt ignoriert. 
Mittlerweile verschlimmerte sich der Gesundheitszustand von Karl rapide und er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, in dem er am Valentinstag 2020 verstarb. Just an jenem 14.02.2020 erhielt Karl das Ergebnis seiner Begutachtung. Man freue sich, im mitteilen zu dürfen, dass er seit September 2019 in Pflegegrad 3 eingestuft sein. Der Nachzahlungsbetrag inklusive der Strafzahlung sei bereits angewiesen.

Bis hierhin kann man vermuten, dass alles irgendwie doof gelaufen sein könnte und das Thema damit ja erledigt sei. Aber falsch gedacht. 

Denn Karl hatte nach seiner Rückkehr aus der Reha eine Pflegeberatung engagiert, um sich Rat wegen seines geänderten Pflegebedarfs zu holen. 
Die Rechnung dafür reichte Karls Sohn bei der Knappschaft Pflegeversicherung ein. Die immerhin etwas mehr als 400 Euro überwies er als Vorauszahlung von seinem Privatkonto an die Pflegeberatung und reichte die Rechnung zwecks Rückerstattung bei Knappschaft Pflegeversicherung ein. 

Nach dem Tod von Karl, erhielt der Sohn ein Schreiben von der Knappschaft Krankenkasse. Diese forderte von ihm als Erben, so ginge es aus deren Unterlagen hervor, die Zahlung des Zuzahlungsbetrags für den letzten Krankenhausaufenthalt von Karl. Höhe der Forderung etwas mehr als 200 Euro. Der Sohn von Karl  schlug der Knappschaft vor, die Forderungen gegeneinander aufzurechnen. So müsse die Knappschaft im einmalig nur die 200 Euro Differenz überweisen.  

Aber da hatte Karls Sohn aber die Rechnung ohne die Knappschaft gemacht. Diese berief sich auf alle möglichen Paragraphen aus BGB und SGB. In diversen Schreiben erklärten sie stoisch den Sachverhalt, dass Karls Sohn
a. die Zuzahlung, auch wenn mehrere Erben vorhanden seien, zu leisten hätte. Er müsse sich halt seinen Teil von eventuellen Miterben zurückholen.
b. die Knappschaft Pflegekasse die 400 Euro nicht auszahlen können, weil dafür ein Erbschein erforderlich sei.

Kurz zusammengefasst: Karls Sohn hat den Zuzahlungsbetrag bereits an die Knappschaft überweisen. Die Erstattung auszuzahlen, weigert sich die Knappschaft immer noch. 
Und ehe der Hinweis aufkommt: Die Begutachtung hätte VOR der Corona-Pandemie im Herbst 2019 erfolgen müssen.

Curas Info

Ja, sie lesen richtig. Die Knappschaft leistet sich als einzige Krankenkasse einen eigenen Sozial-Medizinsichen Dienst

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