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Entlastungsbetrag

- 125 Euro monatlich

Die häusliche Pflege verlangt den pflegenden Personen viel ab. Um diesen ein wenig Entlastung zu ermöglichen, hat der Gesetzgeber den monatlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro eingeführt.

Sie werden zuhause gepflegt und haben einen anerkannten Pflegegrad?

Dann haben sie nach dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) Anspruch auf die Erstattung zusätzlicher Entlastungs- und Betreuungsleistungen. Erstattbar ist ein Zuschuss in Höhe von maximal 125 Euro, unabhängig vom Pflegegrad. Das bedeutet, dass auch zu pflegende Personen mit Pflegegrad 1 in den Genuss dieser Leistung kommen können. Anders als beispielsweise bei der Verhinderungspflege

Rechtliche Grundlage für den Entlastungsbetrag ist § 45b SGB 11

Curas Tipp

Der Betrag wird aber nur gewährt, wenn auch tatsächliche eine Leistung erbracht worden ist. 

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Da die Kosten, wie oben erwähnt, nur erstattet werden, wenn sie auch tatsächlich erbracht wurden, müssen sie als zu pflegende Person zunächst in Vorleistung gehen und die Rechnung des Dienstleisters begleichen. Erst danach können sie dessen Rechnung zwecks Erstattung bei ihrer Pflegekasse einreichen.

Doch es gibt noch weitere Bedingungen. So müssen sie einen anerkannten Pflegegrad haben, die Pflege muss bei ihnen zuhause erfolgen, der Dienstleister sowie seine Dienste müssen nach (Bundes)-Landesrecht anerkannt sein und die Leistung muss ihrer Selbständigkeit oder der Entlastung ihrer pflegenden Person dienen. Sie können den Entlastungsbetrag übrigens auch rückwirkend anmelden. Die 125 Euro pro Monat verfallen nicht, sondern werden in den Folgemonat übertragen.
Beispiel: Sie haben im Februar keine Aufwendungen. Die 125 Euro aus dem Februar werden auf den März übertragen, so dass ihnen im März 250 Euro zur Verfügung stehen.
Im Jahr sind das demnach 1.500 Euro. Sie sind also flexibel in der Planung ihrer Entlastungsleistungen. Allerdings können sie die monatlichen 125 Euro nicht unbegrenzt ansparen. Spätestens am 30.06. des Folgejahres verfällt der restliche Betrag.
Beispiel: Sie haben im Jahr 2021 an Entlastungsbeträgen 900 Euro geltend gemacht. Die verbleibenden 600 Euro auf den Januar 2022 übertragen. Erst wenn sie diese nicht bis zum 30.06.22 abgerufen haben, verfallen diese 600 Euro restlos.

Doch was ist ein Angebot zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI?

Damit sie die Rechnung des Dienstleisters erstattet bekommen können, muss dieser nach Landesrecht anerkannt sein. Dafür muss der Anbieter „Antrag auf Anerkennung eines Angebotes zur Unterstützung im Alltag“ bei der zuständigen Stelle seines Bundeslandes stellen. Nach erfolgter Prüfung können sie Rechnung bei ihrer Pflegekasse einreichen. 
Anbieter folgender Angebote können sich um Anerkennung bewerben:
– Angebote zur stundenweisen Betreuung von Anspruchsberechtigten im häuslichen Bereich 
– Angebote zur stundenweisen Unterstützung von Anspruchsberechtigten im häuslichen Bereich bei der Bewältigung von allgemeinen und pflegebedingten Anforderungen des Alltags, zum Beispiel bei der hauswirtschaftlichen Versorgung
– psychosoziale Begleitung der pflegenden Angehörigen oder anderer nahestehender Pflegepersonen
– Unterstützung bei der Organisation individuell benötigter Hilfeleistungen 
– Betreuungsgruppen
– Freizeit-, Kultur- und Sportangebote mit oder ohne pflegende Angehörige oder vergleichbar Nahestehende/n 

Curas Tipp

Prüfen sie immer erst VORHER, ob der Dienstleister auch anerkannt ist.

Überprüfen können sie die Anerkennung eines Dienstleisters für „Alltagsunterstützende Angebote“ durch Anfrage bei ihrer Pflegekasse. Dort wird man ihnen mit Sicherheit einen anerkannten Anbieter nennen.
So hat die AOK einen Pflegenavigator veröffentlicht. Dort finden sie anerkannte Dienstleister AOK Nord-Ost

Entlastungsbetrag abtreten?

Sie fragen sich, ob man den Prozess der Rechnungseinreichung umgehen können? Oder sie haben jeden Monat die gleiche Leistung zur Abrechnung? 
Viele gerade auch ältere Personen wollen oder können sich nicht mit den administrativen Dingen befassen. In diesem Fall können sie eine Abtretungserklärung erstellen, mit der ihr Dienstleister direkt mit der Pflegekasse abrechnen kann. Keine Sorge, die Abtretungserklärung können sie jederzeit widerrufen. 

Unsere Vorlagen zur Abtretungserklärung können sie hier kostenlos im Word-Format herunterladen. Fragen sie aber vor Einreichung bei der Pflegekasse nach, ob die Angaben in unserer Abtretungserklärung ausreichend sind.