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Das eRezept

- das digitale Rezept doch nicht ab Januar 2022

Am 21.12.2021 teilte die Firma Gematik mit, dass die Einführung des eRezepts auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wird.

Wenn sie die offizielle Begründung diese Bankrotterklärung interessieren sollte, werden sie hier fündig.
Leider ist das eRezept nicht die einzige digitale Pleite unserer Gesundheitspolitik. Anfang 2022 fehlen Daten zu Corona, weil an den Feiertagen nur eine teilweise oder gar keine Datenübermittlung erfolgte. Ganz anders bei unseren Nachbarn in Dänemark. Dort kann Jeder im Internet auf tagesaktuelle Daten zugreifen.

Sie sehen, in dieser Thematik wurde sogar die Gegenwart verpennt. Das Hinweisfenster vom 03.01.2022 auf der Webseite des RKI (siehe rechts) belegt das Versagen der Politik in den letzten zwei Jahren. 

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Jeder von uns hat schon einmal ein Rezept für ein Medikament vom Arzt überreicht bekommen und machte sich dann auf den Weg zur Apotheke, um das Arzneimittel der Verordnung in Empfang zu nehmen. Und wer hat es noch nicht erlebt, dass die Apotheke vor Ort genau dieses Mittel nicht vorrätig hatte? Da hieß es wiederkommen oder die Arznei später oder am nächsten Tag per Boten zu erhalten.

Dieser Aufwand wird noch nervender, wenn es sich um Folgerezepte für dauerhaft einzunehmende Medikamente handelt. Ganz schlimm wird es, wenn eine zu pflegende Person, der Pflegeperson schon alle Kraft abfordert und zudem die oftmals zahlreichen Arzneimittel auf dem genannten Weg zu beschaffen sind. 
Doch endlich hat es der Gesetzgeber geschafft, eine Lösung für dieses Problembereitzustellen.

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Besser spät als nie

Im digitalen Zeitalter war die Schaffung dieser Lösung kein technisches Problem. Sondern unserer Meinung nach, ein rein politisches. Aber wir wollen nicht meckern, sondern uns freuen, weil das e Rezept zum 01.01.2022 verpflichtend eingeführt wird. 
Somit entfällt vielfach der unnötige Gang zur Arztpraxis zwecks Abholung des Rezepts. Das entlastet die Praxen und schützt besonders in Infektionszeiten (Corona, Grippe etc.) vor Ansteckung durch Kontakt mit anderen Patienten beim Arzt. Wer häufig und viel Medikamente benötigt, oftmals sind das ja auch Pflegefälle, wird besonders entlastet werden. Um den Vorgang der Medikamentenverordnung komplett zu vereinfachen, ist es bald auch möglich, Rezepte direkt an eine Apotheke zu senden. Die Online-Apotheken versenden dann die Mittel ihre Kunden. Aber auch immer mehr lokale Apotheker gehen mit der digitalen Zeit und bieten ebenfalls eine Lieferung an. Welche sogar schneller als durch die Online-Konkurrenz erfolgen kann. Die lokale Nähe macht dies möglich.  

Cura meint

Lokale Apotheken werden nicht zwangsläufig zu Verlierern des e Rezepts werden. Sie können sogar Boden gutmachen, wenn sie den gleichen Service wie ihre Online Mitbewerber bieten und aufgrund der räumlichen Nähe schneller liefern können.

Wie funktioniert das e Rezept?

Stellen wir zum Vergleich alt und neu nebeneinander dar. Dies ist natürlich eine sehr vereinfachte Darstellung, trifft gegenwärtig aber in vielen Fällen zu. 

Doch sind wir ehrlich. Der Alltag in Deutschland sieht heutzutage doch genau so aus: Der Patient ruft beim Arzt an und bestellt ein Rezept. Dann fährt er zur Praxis, reiht sich in die Schlange ein und nimmt dann sein Papierrezept entgegen. Wieder zurück im Auto geht’s ab zur Apotheke, die hoffentlich noch geöffnet hat. Erneutes Warten in der Schlange. Papierrezept überreichen und das Medikament oder einen Zettel für die spätere Abholung bzw. Lieferung in Empfang nehmen. Zurück ins Auto und ab nachhause. Medikament zur Einnahme ist da oder kommt erst später.

So soll es demnächst aussehen: Der Patient erhält das e Rezept für seine Dauerverordnung automatisch auf sein Smartphone. Er leitet das e Rezept an eine Apotheke, die ihn beliefert (Online- oder lokale Apotheke) und erhält sein Medikament bequem nach Hause. 

Natürlich klappt das nicht mit allen Rezepten so einfach. Bei akuten Fällen muss der Patient immer noch zur Arztpraxis und erhält dort sein e Rezept. Bei Dauerverordnungen wie z.B. Medikamenten bei Bluthochdruck, zur Blutverdünnung oder Cholesterinsenker muss die automatische Rezepterstellung einmalig in der Praxis aktiviert werden. 

Papier-Rezept
e Rezept

Curas Tipp

Für eine Übergangszeit kann man sein e Rezept auch in ausgedruckter Form erhalten. Schließlich hat nicht jede/r Patient/in ein Smartphone, auf das das e Rezept geladen werden kann.

Was brauche ich für das e Rezept?

Sie benötigen nur einen Arzt, der ihnen ein Rezept ausstellt. Das ist zwar eine alberne Antwort, stimmt aber. Denn auch mit Einführung des e Rezepts wird es einen Papierausdruck geben, sofern sie das wünschen, weil sie beispielsweise kein Smartphone besitzen.

Wünschen sie ein e Rezept, brauchen sie dafür zwingend 
– Gesundheitskarte mit Zugangsnummer (CAN)
– PIN für die Gesundheitskarte 
– NFC-fähiges Smartphone

e Rezept, weiss

Übrigens: Der Ausdruck des e Rezepts muss nicht unterschrieben werden.

Curas Tipp

Sollten sie auf ihrer Gesundheitskarte keine Zugangsnummer (CAN) finden, ist ihre Karte nicht für das e Rezept vorbereitet. Bitte wenden sie sich an ihre Krankenkasse. Diese lässt ihnen schnell einen neue Gesundheitskarte mit CAN zukommen.

Sie haben eine Gesundheitskarte mit CAN, eine gültige PIN für ihre Gesundheitskarte und ein NFC-fähiges Smartphone? Dann benötigen sie nur noch eine App für ihre Phone. Diese App bieten ihre Krankenkasse oder die Firma Gematik an. Mithilfe dieser Anwendung können sie ab dem 01.01.2022 bei allen Ärzten ihre Rezepte empfangen. Nach dem Erst-Rezept, das sie aus Sicherheitsgründen immer noch in der Praxis ‚abholen‘ müssen, sendet ihre Ärztin/ihr Arzt ihr e Rezept direkt in die App auf ihr Smartphone und sie können diese Verordnung sofort einlösen. Ob online oder lokal, das bleibt ihnen überlassen.

Später werden nicht nur Medikamente mittels e Rezept verschrieben, sondern auch Physiotherapie und andere Verordnungen.